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Länger arbeiten? Nur 4 Prozent wollen über die Regelaltersgrenze hinaus, eine Einmalprämie verdoppelt die Bereitschaft
Die meisten Älteren wollen früher gehen, nicht später: 53 Prozent der Befragten zwischen 56 und 66 Jahren möchten vor der Regelaltersgrenze in Rente, 29 Prozent zum regulären Zeitpunkt, nur 4 Prozent sind bereit, länger zu arbeiten. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Eine Einmalprämie für ein Jahr Weiterarbeit, im Beispiel rund 21.384 Euro, verdoppelt die Bereitschaft in einigen Gruppen gegenüber dem bestehenden Rentenzuschlag.
Von Nele Averkamp, Redaktion Lebensplanet: Werdegänge, Engagement, Vereine, Anerkennung, Regionen

Wer in Deutschland auf die Rente zugeht, plant in der Regel den früheren Ausstieg, nicht den späteren. In einer Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) unter 887 Erwerbstätigen der Jahrgänge 1959 bis 1969 wollten 53 Prozent vor der Regelaltersgrenze in Rente gehen, 29 Prozent zum regulären Zeitpunkt, 15 Prozent waren unentschlossen. Nur 4 Prozent erklärten sich bereit, über die Grenze hinaus zu arbeiten. Die Studie von Jonas Aljoscha Weik und Stefan Schwarz erschien am 27. Oktober 2025 im IAB-Forum; die Daten stammen aus der Online-Befragung IAB-OPAL vom Herbst 2024.
Interessant wird es, wenn Geld ins Spiel kommt. Der bestehende Rentenzuschlag von 0,5 Prozent je Monat Aufschub erhöht die Bereitschaft, ein Jahr länger zu arbeiten, je nach Gruppe auf 13 bis 33 Prozent. Eine Einmalprämie nach zwölf Monaten Mehrarbeit, im Rechenbeispiel rund 21.384 Euro bei einer erwarteten Bruttorente von 1.650 Euro einschließlich Krankenversicherungszuschlag, verdoppelt diesen Anteil in einigen Gruppen, etwa von 13 auf 25 Prozent bei denen, die eigentlich früh gehen wollten. „Mit dieser Regelung wären die Befragten im Schnitt häufiger bereit, mindestens ein Jahr länger zu arbeiten, als mit dem bereits bestehenden Rentenzuschlag", folgern die Autoren.
Der Hintergrund ist demografisch: Das IAB erwartet für 2026 einen Rückgang der Erwerbstätigkeit um 210.000 Personen trotz besserer Konjunktur, weil mehr Menschen in Rente gehen als nachrücken.
Was das für Menschen heißt
Die Zahlen sind eine Entlastung für alle, die sich mit dem Wunsch nach früherem Ausstieg allein fühlen: Es ist die Mehrheit. Wer dennoch länger arbeiten will oder muss, sollte die Rechnung kennen: Jeder Monat Aufschub bringt 0,5 Prozent mehr Rente lebenslang, und die Debatte über eine Einmalprämie läuft. Für den Neuanfang mit 60 heißt das: Teilzeit plus Teilrente ist heute schon möglich, der Beratungstermin bei der Rentenversicherung ist kostenlos.
Quellen
- IAB-Forum: Viele ältere Erwerbstätige wären bereit, länger zu arbeiten, wenn sie dafür eine einmalige Prämie erhielten, 27. Oktober 2025 (27. Oktober 2025)iab-forum.de/viele-aeltere-erwerbstaetige-waeren-bereit-laenPrimärquelle
- IAB: IAB-Prognose für 2026/2027: Erwerbstätigkeit schrumpft trotz besserer Konjunkturiab.de/presseinfo/iab-prognose-fuer-2026-2027-erwerbstaetigkPrimärquelle
Laut Lebensplanet
„Die meisten Älteren wollen früher gehen, nicht später: 53 Prozent der Befragten zwischen 56 und 66 Jahren möchten vor der Regelaltersgrenze in Rente, 29 Prozent zum regulären Zeitpunkt, nur 4 Prozent sind bereit, länger zu arbeiten. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Eine Einmalprämie für ein Jahr Weiterarbeit, im Beispiel rund 21.384 Euro, verdoppelt die Bereitschaft in einigen Gruppen gegenüber dem bestehenden Rentenzuschlag.“
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