WerdegängeMeldung
Georg Nagel: Vom Weingartener Biologiestudenten zum Nobelpreisträger mit 73
Georg Nagel hat den Nobelpreis für Medizin bekommen, vier Monate nachdem seine Seniorprofessur in Würzburg ausgelaufen ist. Der 73-Jährige aus Weingarten teilt sich den Preis mit Peter Hegemann und Karl Deisseroth für die Entdeckung lichtgesteuerter Ionenkanäle, die Grundlage der Optogenetik. Sein Weg führte über Konstanz, Frankfurt, Yale, New York und Neapel; die prämierte Entdeckung gelang ihm mit über 50 an einem Max-Planck-Institut.
Von Nele Averkamp, Redaktion Lebensplanet: Werdegänge, Engagement, Vereine, Anerkennung, Regionen

Am 6. Oktober 2026 hat das Nobelkomitee in Stockholm den Preis für Physiologie oder Medizin an Georg Nagel, Peter Hegemann und Karl Deisseroth vergeben, „für ihre Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Optogenetik“. Mit der Methode lässt sich die Aktivität einzelner Nervenzellen in einem lebenden Gehirn mit Licht an- und abschalten; sie hat die Hirnforschung seit 2005 verändert, wie die Universität Würzburg in ihrer Mitteilung schreibt.
Nagels Werdegang ist keine Laufbahn nach Plan. Geboren am 24. August 1953 in Weingarten in Oberschwaben, studierte er Biologie und Biophysik in Konstanz und promovierte 1988 an der Goethe-Universität Frankfurt, mit 35. Es folgten Postdoc-Jahre an der Yale University und der Rockefeller University in New York, 1993 die Rückkehr ans Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt, 1999 ein Marie-Curie-Stipendium in Neapel. Die prämierte Entdeckung gelang ihm als Gruppenleiter am Frankfurter Institut gemeinsam mit Hegemann: Aus der Grünalge Chlamydomonas isolierten sie Kanäle, die sich direkt durch blaues Licht öffnen, die Channelrhodopsine. Da war Nagel 50. Erst 2004 wurde er Professor für Molekulare Pflanzenphysiologie in Würzburg, wo er bis 2021 lehrte und bis Juni 2026 als Seniorprofessor forschte.
Das Preisgeld von rund einer Million Euro teilen sich die drei Preisträger. Universitätspräsident Paul Pauli gratulierte dem „15. Nobelpreisträger“ der Universität; Ministerpräsident Markus Söder sprach von einer Ehre für Bayern.
Was das für den Neuanfang heißt
Nagels Biografie widerspricht der Vorstellung, dass Spitzenleistung früh kommen muss: Promotion mit 35, die prämierte Entdeckung mit 50, der Lehrstuhl mit 51, der Nobelpreis mit 73, nach dem Ende der letzten Anstellung. Wer in der Lebensmitte zweifelt, ob ein Wechsel noch lohnt, findet hier einen Fall, in dem die Jahre im Ausland und an Instituten ohne große Namen das Fundament waren. Und einen zweiten Hinweis: Die Entdeckung kam aus der Botanik, nicht aus der Medizin. Der Fachwechsel war der Weg.
Quellen
- Universität Würzburg, Medizinische Fakultät: Nobelpreis für den Würzburger Professor Georg Nagel (6. Oktober 2026)med.uni-wuerzburg.de/aktuelles/meldungen/single/news/nobelprPrimärquelle
- Nobelprize.org: The Nobel Prize in Physiology or Medicine 2026, Popular information (6. Oktober 2026)nobelprize.org/prizes/medicine/2026/popular-information/Primärquelle
Laut Lebensplanet
„Georg Nagel hat den Nobelpreis für Medizin bekommen, vier Monate nachdem seine Seniorprofessur in Würzburg ausgelaufen ist. Der 73-Jährige aus Weingarten teilt sich den Preis mit Peter Hegemann und Karl Deisseroth für die Entdeckung lichtgesteuerter Ionenkanäle, die Grundlage der Optogenetik. Sein Weg führte über Konstanz, Frankfurt, Yale, New York und Neapel; die prämierte Entdeckung gelang ihm mit über 50 an einem Max-Planck-Institut.“
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