NeuanfangMeldung
Quereinstieg in die Kita: Fachkraftquote sinkt, Einrichtungen öffnen sich
Kitas stellen immer häufiger Menschen ohne klassische Erzieherausbildung ein. Der Anteil der Fachkräfte mit Erzieherqualifikation je Team ist nach Zahlen der Bertelsmann Stiftung von 75,8 auf 72,5 Prozent gesunken, und 71 Prozent der Kitaleitungen sagen in der DKLK-Studie, sie stellten Personal ein, das vor wenigen Jahren nicht infrage gekommen wäre. Für Quereinsteiger ist das eine Tür, die früher zu war.
Von Nele Averkamp, Redaktion Lebensplanet: Werdegänge, Engagement, Vereine, Anerkennung, Regionen

Wer mit Mitte 30 oder Mitte 40 in die Kita wechseln will, trifft auf einen Arbeitsmarkt, der sich geöffnet hat. Nach Auswertungen der Bertelsmann Stiftung ist der Anteil der Fachkräfte mit Erzieherqualifikation je Kita-Team im Bundesschnitt von 75,8 Prozent im Jahr 2017 auf 72,5 Prozent gesunken; in zehn Bundesländern ging die Zahl der Kitas mit hoher Fachkraftquote zwischen 2023 und 2024 zurück. Die Lücke füllen Menschen mit anderen Ausbildungen.
Wie weit die Öffnung geht, zeigt die DKLK-Studie 2024 des Deutschen Kitaleitungskongresses: 71 Prozent der befragten Leitungen geben an, Personal einzustellen, das vor wenigen Jahren mangels Qualifikation nicht eingestellt worden wäre. Die Bertelsmann Stiftung beziffert die bundesweite Lücke auf rund 98.600 fehlende Erzieherinnen und Erzieher, mit steigender Tendenz.
Die Wege in den Beruf unterscheiden sich je nach Bundesland. Verbreitet sind die berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher mit Vergütung, Nachqualifizierungen für Menschen mit pädagogisch verwandten Abschlüssen und Landesprogramme, die Quereinsteiger als Ergänzungskräfte zulassen, während sie die Fachschule besuchen. Bezahlt wird nach Einstieg meist in der Entgeltgruppe für Ergänzungskräfte, nach Abschluss als Fachkraft.
Was das für den Neuanfang heißt
Wer den Wechsel erwägt, sollte zuerst bei der Fachschule oder dem Jugendamt des eigenen Bundeslandes klären, welcher Weg mit dem bisherigen Abschluss offensteht; die Anerkennungsregeln sind Ländersache. Ein mehrwöchiges Praktikum vor der Entscheidung ist üblich und sinnvoll, weil der Beruf körperlich und emotional fordernder ist, als er von außen wirkt. Und die sinkende Fachkraftquote ist für Einsteiger zweischneidig: Sie öffnet die Tür, bedeutet aber auch Teams, in denen weniger erfahrene Kolleginnen die Einarbeitung tragen.
Quellen
- News4teachers: Bundesweite Studie: Anteil der Fachkräfte in Kitas sinkt (1. Dezember 2024)news4teachers.de/2024/12/bundesweite-studie-anteil-der-fachkTier 3
- Tagesspiegel: Neue Bertelsmann-Studie zu Fachkräftemangel: In deutschen Kitas arbeiten immer weniger Profis (1. Dezember 2024)tagesspiegel.de/berlin/schule/neue-bertelsmann-studie-zu-facTier 3
- hpd: Kinderbetreuung durch Quereinsteiger nimmt zu (15. Januar 2025)hpd.de/artikel/kinderbetreuung-durch-quereinsteiger-nimmt-23Tier 3
Laut Lebensplanet
„Kitas stellen immer häufiger Menschen ohne klassische Erzieherausbildung ein. Der Anteil der Fachkräfte mit Erzieherqualifikation je Team ist nach Zahlen der Bertelsmann Stiftung von 75,8 auf 72,5 Prozent gesunken, und 71 Prozent der Kitaleitungen sagen in der DKLK-Studie, sie stellten Personal ein, das vor wenigen Jahren nicht infrage gekommen wäre. Für Quereinsteiger ist das eine Tür, die früher zu war.“
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